Das Gottesbild in der Neuoffenbarung

                       Der Pantokrator      Vater und Sohn     Mosaik in der Kuppel von Daphni

 

Wer mich sieht, der sieht den Vater

Gott ist eine Dreieinigkeit. Nach der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber gibt es im Gottwesen nicht drei Personen mit je einem eigenen Willen. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind sozusagen drei verschiedene Erscheinungsformen des Einen. Der Vater ist die Liebe in Gott. In Seiner grössten Liebe und Erbarmung hat Er es auf Sich genommen, Sich auf der Erde als Sohn, als Jesus Christus zu inkarnieren. Der Heilige Geist ist Gott in Seiner in die ganze Unendlichkeit austrahlenden Kraft.

Jesus ist zugleich Gott und Mensch. Sein ureigenstes geistiges Wesen ist der Vater selbst. "Ich und der Vater sind eins", so sagt Er. Der Menschensohn allerdings, d.h. die Seele Jesu und Sein Leib, ist der vom Vater geschaffene Sohn, und dieser Sohn ist am Kreuze gestorben. Wenn man heute oft hört, Gott habe Jesus nach Seinem Tode am dritten Tage auferweckt, dann ist das eigentlich schlecht gesagt. Jesus ist Gott und ist selber auferstanden.

Kommet alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid...

Wohl ist der Vater ein gestrenger und gerechter Gott, und wir tun gut daran, Ihn zu fürchten. Aber Er ist auch voller Liebe und Erbarmung zu Seinen Geschöpfen. Niemand muss fürchten, dass er von Ihm nicht angenommen wird, wenn er sich an Ihn wendet. Was wir aber fürchten müssen, ist das Schicksal, das uns ereilen wird, wenn wir nicht ablassen von unserem Stolz und unserem Egoismus. Die ganze Schöpfung ist aus der unermesslichen Liebe Gottes hervorgegangen, und sie kann nur in der gegenseitigen Liebe gedeihen. Wer sich absondert, nicht demütig sein will, der muss es sich selbst zuschreiben, wenn er in der Gottesferne leidet und schliesslich fern der väterlichen Lebensquelle stirbt. Es ist nicht so leicht für uns Menschen, den Vater in Seiner Liebe zu erkennen. Gott weiss das. Deshalb ist Er in der Gestalt von Jesus zu uns gekommen und hat uns selbst die frohe Botschaft gebracht: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben." Wir müssen Ihn nur lieben, was wir aber nicht können, wenn wir nicht auch seine Geschöpfe lieben. "Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst!"

Hölle und Himmel

Gott schickt niemanden in die ewige Verdammnis. Trotzdem gibt es eine Hölle, welche aber keine Oertlichkeit darstellt, sondern vielmehr der Zustand der völligen Gottesferne ist. Der Mensch ist frei. Es steht ihm frei, das zu tun, was er will und kann. Die Gebote, die Jesus uns gegeben hat, sind keine Muss-Gesetze. "Du sollst ...", heisst es. "Der hat Mich lieb, der Meine Gebote hält." Und was bleibt uns anderes übrig, als Sein Gebot zu halten, wenn wir uns nicht selbst zu verdammen gewillt sind. Wenn wir Seinen Willen erkennen und tun, dann kommen wir Ihm näher; und wo Er ist, da ist der Himmel.

Man kann nur wahrhaft lieben, was man kennt.

Ist es nicht ein wunderbarer Trost für uns Menschen zu glauben und zu wissen, dass ein liebender Vater da ist, der sich unser erbarmt und aufgezeigt hat, was wir unternehmen müssen, um in Sein Reich zu kommen? In den Evangelien des Neuen Testamentes kann jeder nachlesen, auf was es ankommt. Im Evangelium nach Johannes, Kap. 16, Vers 12-13, steht zu lesen: "Noch vieles habe ich Euch zu sagen, doch ihr könnt es jetzt nicht tragen; wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch einführen zur vollen Wahrheit, denn nicht von sich aus wird er reden, sondern was er hört, wird er reden, und das Kommende wird er euch künden." Hat vielleicht Jesus hier eine Andeutung auf die Propheten gemacht, die das innere Wort haben, wie es Jakob Lorber geschenkt wurde? Wahrlich, wer das 'Grosse Evangelium Johannes' in der Neuoffenbarung liest, kommt Jesus näher, lernt Ihn damit aber auch besser kennen und umso mehr lieben.